Messekosten: Betriebsausgabenabzug sichern

Steuerliche Besonderheiten bei Messekosten
Aktualisiert am: 22.04.2016

Vor allem im Frühjahr jagt ein Messetermin oft den nächsten. Viele Unternehmen möchten dabei nicht nur als Besucher agieren, sondern treten auch als Aussteller auf. Bei den dabei anfallenden Messekosten sollten Unternehmen die steuerlichen Besonderheiten beachten. Hier die wichtigsten Informationen rund um das Thema „Messekosten & Betriebsausgaben“.

Messekosten sind gewerbesteuerlich hinzuzurechnen

Bei Ermittlung des Gewerbeertrags rechnet das Finanzamt Mieten und Pachten für Immobilien nach § 8 Nr. 1e GewStG anteilig hinzu. Das gilt auch für die vom Messeveranstalter in Rechnung gestellten Kosten für den Standplatz. Dabei handelt es sich, egal wie der Messeveranstalter diese Kosten bezeichnet, um Mietaufwendungen. In der Fachliteratur wird die Meinung vertreten, dass bei Messen die Werbeleistung im Vordergrund steht und nicht die Anmietung von Standflächen. Mit diesem Argument soll die Hinzurechnung verhindert werden. Doch in einem Urteil hat das Finanzgericht München den Finanzämtern Rückendeckung gegeben und die Hinzurechnung von Messekosten zum Gewerbeertrag bestätigt (FG München, Urteil v. 8.6.2015, Az. 7 K 3250/12).

Praxis-Tipp:

Reagieren Sie auf dieses Urteil durch folgende Vorgehensweise:

  • Bitten Sie den Messeveranstalter um eine detaillierte Aufschlüsselung der Rechnungsposten. Alle Kosten, die nichts mit der Miete zu tun haben (Reinigung, spezielle Werbeleistungen, Bewachung des Standes, etc.), müssen beim Gewerbeertrag nicht hinzugerechnet werden.
  • Mieten Sie nicht nur die Standfläche an, sondern auch einen aufgebauten Stand, sollten diese beiden Mieten getrennt voneinander ausgewiesen werden. Denn die Miete für den Platz wird zur 50% hinzugerechnet, die Miete für den beweglichen Stand nur zu 20%.

After-Messe-Party: Kürzung der Betriebsausgaben

Um neue Kunden zu akquirieren und auf sein Unternehmen aufmerksam zu machen, ist der Messestand nur ein Mittel zum Erfolg. Besonders im Gedächtnis bleiben (potentiellen) Kunden und Geschäftspartnern allerdings die After-Messe-Partys. Deshalb scheuen Unternehmen hier auch keine Kosten, engagieren einen DJ und sorgen für reichlich Essen und Getränke. Doch diese Party interessiert auch das Finanzamt. Denn die Kosten für das Catering stellen Bewirtungskosten dar. Das hat zur Folge, dass sich die Bewirtungsaufwendungen für die After-Messe-Party nur zu 70% steuermindernd auswirken dürfen. Kleiner Trost: Den Vorsteuerabzug auf die Bewirtungskosten gibt es nach wie vor zu 100%.

Übernachtungskosten: Doppelzimmer tabu

Wird der GmbH-Gesellschafter von seinem Ehepartner während der Messe begleitet und der Ehegatte ist in der GmbH nicht angestellt, dürfen nur die Kosten für ein Einzelzimmer als Betriebsausgaben verbucht werden. Am besten lassen Sie sich vom Hotel schriftlich bestätigen, was ein Einzelzimmer während der Messe gekostet hätte.

 

Praxis-Tipp:

Ist der Ehegatte während der Messe in der GmbH angestellt  und hilft am Stand kräftig mit, sollte während der Messezeit ein Stundenzettel geführt werden, aus dem hervorgeht, wann der Ehegatte welche Tätigkeit für die GmbH erledigt hat. Um gegenüber dem Finanzamt glaubwürdig zu erscheinen, sollten Sie auch Fotos von der Messe schießen, die den Ehegatten in Aktion zeigen. Dann dürften der Abzug der Lohnkosten und der Abzug der Kosten für das Doppelzimmer kein Problem sein.

Reisekosten im Zusammenhang mit der Messe

Reist der GmbH-Gesellschafter als Aussteller zur Messe und fährt dabei mit seinem Privatauto, kann er für jeden gefahrenen Kilometer (Hin- und Rückfahrt) 0,30 Euro je Kilometer als Werbungskosten aus nichtselbständiger Tätigkeit geltend machen. Da ein Messetag lang ist, winken beim Werbungskostenabzug auch Verpflegungsmehraufwendungen. Als Werbungskosten sind bei einer Abwesenheit von zu Hause von mehr als 8 Stunden 12 Euro pro Tag abziehbar. Übernachtet der GmbH-Gesellschafter während der Messe im Hotel, gilt beim Werbungskostenabzug für die Messe Folgendes:

  • Anreisetag (unabhängig von der Dauer der Abwesenheit von zu Hause) 12 Euro
  • Zwischentage 24 Euro je Tag
  • Abreisetag (unabhängig von der Dauer der Abwesenheit von zu Hause) 12 Euro
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