Pensionszusage: Die optimale Altersvorsorge für den GmbH-Geschäftsführer

Altervorsorge für den Gesellschafter-Geschäftsfüher vertraglich abssichern
Aktualisiert am: 20.08.2015

GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer sind meist kein Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung. Deshalb sind Sie selbst für Ihre Altersvorsorge verantwortlich. Mit einer Pensionszusage hilft Ihre GmbH mit, Ihre Altersvorsorge zu sichern. Das ist auch steuerlich interessant. Allerdings müssen Sie die Pensionszusage vertraglich auf sichere Füße stellen.

Vorteile der Pensionszusage


Insbesondere  Gesellschafter-Geschäftsführer von GmbHs profitieren von einer Pensionszusage, da sie häufig nicht sozialversicherungspflichtig sind und keine andere Altersvorsorge haben. Mit einer Pensionszusage verpflichtet sich die GmbH, ihrem Geschäftsführer auch über dessen Ausscheiden als Mitarbeiter hinaus eine Vergütung zu zahlen. Der Geschäftsführer muss also nicht selbst Versicherungen für das Alter abschließen, die er aus eigenem Lohn anspart, sondern die GmbH gibt ihm den entsprechenden Schutz, indem sie ihm verschiedene Leistungen verspricht: z. B. Altersrente, Invalidenrente oder Witwen- und Waisenrente für die Angehörigen

Vorteil für die GmbH: Diese Zusage kostet die GmbH zunächst keine Liquidität, da ja noch kein Geld abfließt. Gleichzeitig spart die GmbH Steuern. Denn sie bildet für die mögliche künftige Verpflichtung eine Rückstellung, die allmählich anwächst. Diese jährliche Zuführung wird als Aufwand behandelt und mindert damit den zu versteuernden Gewinn der GmbH.

Die steuerlichen Voraussetzungen für die Pensionszusage

Damit die Pensionsrückstellung vom Finanzamt auf den Gewinn der GmbH angerechnet wird, muss die Pensionszusage folgende Voraussetzungen erfüllen:

Angemessene Wartezeit: Gegenüber Gesellschafter-Geschäftsführern gilt die Pensionszusage unmittelbar nach Anstellung als unüblich und führt damit zu einer verdeckten Gewinnausschüttung. Nach einer Erprobung von mindestens 5 Jahren ist davon auszugehen, dass der Zeitraum ausreichend lang gewesen ist. Aber auch kürzere Fristen sind denkbar. Allerdings sollte das mit dem Finanzamt vorher abgeklärt werden, damit Sie nicht Jahre später Steuern nachzahlen müssen. Eine Ausnahme ist aber dann denkbar, wenn die GmbH aus einem bereits bestehenden Unternehmen entsteht. Dann sind die Beschäftigungszeiten in diesem Unternehmen mit zu berücksichtigen.

Alter des Geschäftsführers: Pensionszusagen sind unangemessen und stellen bei Gesellschafter-Geschäftsführern verdeckte Gewinnausschüttungen dar, wenn diese ein gewisses Alter überschritten haben. Laut BFH sind dies Pensionszusagen, die der Geschäftsführer nach Vollendung des 60. Lebensjahrs erhalten hat. Für Pensionszusagen, die ab 1.1.2012 erteilt werden, erhöht sich diese Grenze auf das 62. Lebensjahr.

Erdienungszeitraum: Neben dem Alter des Geschäftsführers, das für die Erteilung der Pensionszusage relevant ist, ist auch der sog. „Erdienungszeitraum“ wichtig. Darunter versteht man die Phase zwischen Erteilung der Pensionszusage und dem Pensionsbeginn. Für Gesellschafter-Geschäftsführer muss dieser Zeitraum regelmäßig mindestens 10 Jahre betragen.

Insolvenzsicherung: Damit im Insolvenzfall aber der Anspruch nicht wertlos wird, sollte er über eine Versicherung, die die GmbH abschließt abgesichert werden. Die Versicherung muss dann an den Geschäftsführer abgetreten werden.

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Die wichtigsten Punkte im Vertrag zur Pensionszusage

Ein Vertrag über eine Pensionszusage ist an keine inhaltlichen Vorgaben gebunden. GmbH und Geschäftsführer können frei vereinbaren, für welche Fälle Zusagen erteilt werden und in welcher Höhe Zuwendungen im Versorgungsfall fließen. Damit die Pensionszusage aber schon während der Ansparphase zu einer steuerlichen Entlastung führt, müssen im Vertrag einige Vorgaben beachtet werden:

1. Der Geschäftsführer muss einen rechtsverbindlichen Anspruch auf eine einmalige oder laufende Pensionsleistung erhalten.

2. Die Pensionsleistung darf nicht von künftigen, gewinnabhängigen Bezügen abhängig sein.

3. Es darf sich nicht um eine rückwirkende Regelung handeln.

4. Die Pensionszusage darf keine Leistungsvorbehalte enthalten, die dazu führen, dass der Arbeitgeber einseitig die Pensionszusage widerrufen kann.

5. Die Pensionszusage muss schriftlich erteilt sein und sie muss dem sog. „Eindeutigkeitsgebot“ genügen.

6. Gesellschafter-Geschäftsführer und Fremd-Geschäftsführer müssen gleich behandelt werden.

7. Durch die Pensionszusage darf keine Überversorgung des pensionsberechtigten Geschäftsführers eintreten (in der Regel: 75 % der zuletzt verdienten Bezüge).

8. Das Pensionsversprechen muss für den Insolvenzfall abgesichert werden.

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Schützen Sie auch Ihre Angehörigen
Neben der Altersrente sollten Sie in der Pensionszusage auch für den Fall der Invalidität und der Hinterbliebenenversorgung im Todesfall – z. B. als Witwen- oder Waisenrente Vereinbarungen – treffen.

Der Gesellschafterbeschluss zur Pensionszusage

Wollen Sie eine Pensionszusage für sich vereinbaren, dann bedeutet dies eine Änderung Ihres Geschäftsführer-Anstellungsvertrages. Zuständig dafür ist die Gesellschafterversammlung der GmbH. Sie brauchen also einen entsprechenden Gesellschafterbeschluss. Das Finanzamt verlangt in der Regel einen protokollierten Beschluss der Gesellschafter – achten Sie also darauf, dass alle Formvorschriften eingehalten sind.

Verwenden Sie ein vollständiges Muster
Am besten ist es, wenn per Gesellschafterbeschluss eine bereits schriftlich abgefasste Pensionszusage genehmigt wird. Enthält der Beschluss lediglich die Aussage: „Es wird dem Geschäftsführer eine Pensionszusage wie folgt erteilt: […]“, ist hierin das Risiko enthalten, dass die Beschlussfassung nicht sämtliche Aspekte berücksichtigt, die nach der einkommensteuerrechtlichen Anforderung erforderlich sind, um die Pensionszusage Gewinn mindernd zu berücksichtigen.

Wird eine bestehende Pensionszusage geändert, ist die Änderung ebenfalls schriftlich abzufassen und die Genehmigung per Gesellschafterbeschluss einzuholen.

Rückstellungen für die Pensionszusage regelmäßig prüfen


Mit jedem Jahr steigt das Risiko, dass die GmbH aus der Zusage in Anspruch genommen wird. Daher ist die Rückstellung für die Zusage jährlich zu erhöhen. Um diesen Wert zu ermitteln, ist ein versicherungsmathematisches Gutachten einzuholen, das den jeweiligen Rückstellungsbetrag ermittelt. In Höhe der Differenz zum vorausgegangenen Jahr wird dann die Rückstellung erhöht.

Durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ist im Rückstellungsbetrag auch zu berücksichtigen, dass es künftig zu Gehaltsveränderungen kommt, die sich auch auf die Pensionszusagen erhöhend auswirken. Daher findet erstmals für die Abschlüsse des Jahres 2010 zusätzlich zu der „normalen“ Zuführung zu der Rückstellung eine weitere Rückstellung statt, die diese veränderten Kriterien abbildet. Hier müssen Sie mit dem Steuerberater zu klären, ob Anpassungsbedarf besteht.

Beachten Sie das höhere Rentenalter für Arbeitnehmer Pensionszusagen, die nach dem 1.1.2007 vereinbart werden, müssen die neuen Lebensarbeitszeiten für Arbeitnehmer berücksichtigen. Danach erkennt das Finanzamt die Pensionsrückstellung nur noch dann in voller Höhe an, wenn der GmbH-Geschäftsführer mit Erreichen des 67. Lebensjahres aus den Diensten der GmbH ausscheidet. Lesen Sie dazu den Beitrag: Arbeiten bis 67: Müssen Geschäftsführer ihre Pensionszusge anpassen?

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