3 Grundregeln für die Werbung als Kleinunternehmer
Ganz gleich, ob du als Dienstleister tätig bist oder ein Produkt vertreibst: Wenn du für dein Kleingewerbe geeignete Werbung starten willst, solltest du nicht einfach versuchen, die nächstbeste Idee umzusetzen. Gehe strukturiert vor und gestalte einen Leitfaden. Die folgenden 3 Grundregeln solltest du in deiner Werbeplanung berücksichtigen.
1. Selektiere genau
Bevor du in Werbemaßnahmen investierst, analysiere systematisch:
- Recherchiere, auf welchen Plattformen deine Zielgruppe unterwegs ist (z. B. Instagram Reels, TikTok, LinkedIn).
- Starte mit Pilotkampagnen und miss, welche Kanäle und Formate ROI liefern.
- Verteile dein Werbegeld Schritt für Schritt auf die Kanäle, die am besten funktionieren. Wenn du merkst, dass eine Anzeige oder Plattform gute Ergebnisse bringt, investiere dort etwas mehr.
- Vermeide Werbung, die viele Menschen erreicht, aber nur wenige wirklich interessiert. Sprich lieber gezielt die Personen an, die sich wahrscheinlich für dein Angebot interessieren.
- Ermittle in einer finanziellen Aufstellung, welchen Umfang die Ausgaben für deine Werbung annehmen können.
- Falls noch nicht vorhanden, solltest du ein kleines Marketing-Team zusammenstellen. Wenn du für dein Kleingewerbe Werbung machen willst, solltest du hiermit auch am Ball bleiben. Gerade das Marketing sollte nicht halbherzig nebenherlaufen oder Entscheidungen zwischen Tür und Angel gefällt werden.
2. Nutze Netzwerke
Damit deine Werbung als Kleinunternehmer möglichst viele Interessenten erreicht, ist ein breitgefächertes Netzwerk hilfreich. Interagiere mit anderen Menschen – sowohl persönlich als auch virtuell. Infrage kommen Unternehmer, Geschäftspartner und Institutionen vom regionalen Marketing-Club (Details: Deutscher Marketing-Verband, Düsseldorf) bis zur örtlichen IHK sowie (potenzielle) Kunden.
Daneben empfiehlt sich die Einrichtung von Online-Nutzerprofilen auf seriösen Plattformen (z. B. Xing, LinkedIn).
Praxis-Tipp: Die Grundfunktionen sind jeweils gratis und reichen in aller Regel aus.
3. Aktiviere zufriedene Kunden
Als Kleinunternehmer sind Empfehlungen deine effektivste Werbung. Waren Kunden mit deiner Leistung zufrieden, bittest du sie, positive Kommentare entweder direkt zu deinem Brancheneintrag bei Google oder in entsprechenden Online-Communitys zu schreiben (Branchen, sehr starker lokaler Bezug) auch branchenbezogene Bewertungsportalen wie Tripadvisor (für die Hotellerie) kommen natürlich in Frage.
Belohne dieses Engagement deiner Kunden. Biete zum Beispiel beim nächsten Besuch Rabatte oder besondere Vergünstigungen. Der Vorteil dieser virtuellen Mundpropaganda liegt in der Tatsache, dass sie gegenüber offline ausgesprochenen Empfehlungen deutlich mehr Interessenten erreicht. Unterschätze die Kundenzufriedenheit nicht. Glückliche Bestandskunden bedeuten für dich auch immer neue Auftragsgeber.
Weitere Strategien für die Werbung als Kleingewerbe
Abgesehen von diesen 3 Grundregeln gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie du als Kleinunternehmer Werbung für dein Gewerbe promoten kannst.
- Sei Sponsor von regionalen Vereinen. Gerade bei lokalen Sportvereinen funktioniert Sponsoring gut als Marketing für Kleinunternehmer. Das Logo deiner Firma erscheint dann beispielsweise auf Trikots oder an Spielfeldern sowie in Turnhallen.
- Organisiere einen Stand am lokalen Weihnachtsmarkt oder der Kirmes: Werbung für Kleinbetriebe ergibt sich durch die Präsenz vor Ort. Mit einem Essens- oder Getränkestand an regionalen Festen kannst du dir mit deinem Kleingewerbe einen Namen machen.
- Nimm an Messen teil. Gerade bei lokalen Veranstaltungen sind viele regionale Besucher zugegen, die zu potenziellen Kunden werden. Fange rechtzeitig an, deinen Messebesuch zu planen.
- Auch Fachkonferenzen sind ein geeigneter Weg dein Kleinunternehmen bekannt zu machen. Im Rahmen eines Vortrags überzeugst du mit deiner fachlichen Kompetenz und kannst so mögliche Neukunden gewinnen.
- Auch Radiowerbung beim lokalen Sender ist für Kleinunternehmer eine Option, da hier die richtige Zielgruppe im Hinblick auf die Regionalität erreicht werden kann.
Online-Marketing für Kleinunternehmer
Neben den genannten Optionen ist dank der fortschreitenden Digitalisierung der Auftritt in den zahlreichen Online-Kanälen für Kleinunternehmer essenziell. Die wichtigsten Werbe- und Verkaufskanäle erläutern wir ausführlicher in weiterführenden Artikeln:
- Suchmaschinen-Optimierung (SEO)
SEO: Wie mache ich meine Website fit für Google? - Google Ads:
Was ist Google Ads und wie nutzt du es gewinnbringend für dein Unternehmen? - Facebook:
Wie nutzt du Facebook Marketing gewinnbringend für dein Unternehmen? - Instagram:
Wie du Instagram Marketing optimal für dein Unternehmen nutzt - Pinterest:
Pinterest-Marketing: Welche Chancen bietet es dir als Unternehmer?
Achtung
Achtung: Aktualität als Schlüsselelement
Die Werbung für Kleingewerbe über Social Media sollte am Puls der Zeit sein und den Interessenten zeigen, welche Entwicklungen oder Meilensteine sich zum momentanen Zeitpunkt in deiner Firma ereignen. Daher gilt für alle Accounts: Halte die Inhalte aktuell und lade Posts zu regelmäßigen Zeiten hoch.
Kostenpunkte für die Werbung als Kleinunternehmer & Kleingewerbe
| Medium | Kosten | Empfehlung für Kleinunternehmen |
|---|---|---|
| Tageszeitung/Magazin | Abhängig von Reichweite und Qualität eines Titels (online sind jeweils aktuelle Mediadaten abrufbar); für die 1/2 Seite in einer Tageszeitung muss mit 10.000 EUR aufwärts kalkuliert werden, beim Magazin liegt der Anzeigenpreis mind. im 4-stelligen Bereich. | Ist grundsätzlich nur dann sinnvoll, wenn regelmäßig ein adäquater Etat zur Verfügung steht; für Kleinunternehmer (v.a. mit nur einem Standort) wenig geeignet (ausgenommen Stadt-/Szenemagazine), da mit zu großen Streuverlusten verbunden. |
| Radio | Abhängig von Senderreichweite, Tag und Sendezeit; der Preis pro ausgestrahlter Sekunde liegt zwischen 5 und über 60 EUR, im Einzelfall auch deutlich höher; für eine gute Kampagne, die genug Frequenzen erreicht, sind im Schnitt rund 20.000 EUR zu kalkulieren. | Als Werbeträger zu empfehlen, weil Spots regional aussteuerbar sind; Kleinunternehmer sollten aber darauf verzichten, zur besten Sendezeit oder mit exklusiver Platzierung zu werben; die Sender helfen bei der Spotkonzeption, viele übernehmen zudem die Herstellungskosten. |
| Außenwerbung | Variiert je nach Ortsgröße, Werbeträger und Qualität; so kostet eine beleuchtete Großfläche in Kerpen pro Tag im Schnitt knapp 10 EUR, in Bonn um die 12 EUR, in Hamburg 17 EUR, zzgl. Gestaltungskosten/Agentur sowie Druckkosten/Plakat von mind. 40 EUR. | Eignet sich für Kleinunternehmer eher im Falle mehrerer Geschäfte, die Plakatstandorte müssen in der Regel für mind. 10 Tage gebucht werden; Vorteil: im Preis sind Ersatzmengen für beschädigte Plakate einkalkuliert. |
| Internetauftritt und Internetaktivitäten | Die Kosten für eine professionelle Website variieren stark – von einfachen Baukastensystemen ab wenigen hundert Euro bis zu individuell entwickelten Plattformen. Für Kleinunternehmen eignen sich oftmals Website-Templates oder Content-Management-Systeme wie WordPress oder Webflow mit individuellen Anpassungen. (Richtwerte Basis-Webseite mit wenigen Seiten, responsive Design und CMS: ca. 1.000 – 5.000 EUR (einmalig). Erweiterte Website mit Blog, SEO-Grundstruktur und moderaten Anpassungen: 5.000 – 15.000 EUR. Laufende Kosten (Hosting, Wartung, Updates): ca. 20 – 150 EUR/Monat pro Monat 1.000 bis 2.000 EUR bei geringen Updates). | Für Kleinunternehmer lohnt sich meistens keine "echte" Website, sondern es können bestehende Templates (z.B. Wordpress) zur Gestaltung einer selbst pflegbaren Seite genutzt werden. Hosting-Kosten können vernachlässigt werden. |