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Was Sie bei der Beschäftigung von Sommer-Aushilfen beachten sollten

Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 03.07.2020

Jedes Jahr werden insbesondere in der Sommerferienzeit in vielen Unternehmen Aushilfskräfte eingesetzt, um die Urlaubszeit zu überbrücken. Egal ob Sie mit Schülern, Studenten oder Minijobbern planen: Wichtig ist, dass Sie dabei die Vorgaben aus dem Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht beachten.

Arbeitsrecht: Minderjährige Aushilfen

Kinder (unter 15 Jahren) dürfen nach § 5 Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) nicht beschäftigt werden. Ausnahme: Kinder zwischen 13 und 15 Jahren dürfen beschäftigt werden, wenn

  • die Eltern zustimmen,
  • die Arbeit höchstens zwei Stunden (in landwirtschaftlichen Familienbetrieben drei Stunden) pro Tag dauert,
  • sie nur leichte für sie geeignete Tätigkeiten übernehmen und
  • nicht zwischen 18 Uhr und 8 Uhr und nicht vor oder während des Schulunterrichts arbeiten.

Jugendliche (zwischen 15 und 18 Jahren) können einen richtigen Ferienjob annehmen, wenn sie die Zustimmung der Eltern haben. Unterliegen die Schüler noch der Vollzeitschulpflicht, darf während der Ferien höchstens 4 Wochen pro Kalenderjahr gearbeitet werden.

Für Schüler der höheren Klassen ist die Dauer der Ferienarbeitszeit nicht begrenzt. Sie dürfen täglich bis zu 8 Stunden, wöchentlich maximal 40 Stunden beschäftigt werden. Arbeiten zwischen 20 Uhr und 6 Uhr oder auch das Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen sind für Jugendliche unter 18 Jahren grundsätzlich verboten. Ausnahmen von dieser Regel gelten z. B. für Bäckereien, Krankenhäuser, Gaststätten und für landwirtschaftliche Betriebe. Jugendliche dürfen auch keine „gefährlichen Arbeiten“ ausführen (§ 22 JArbSchG).  

Achtung: Wird ein Student als Ferienjobber beschäftigt, ist zu prüfen, ob er volljährig ist. Wenn nicht gelten die vorstehenden Vorgaben für minderjährige Beschäftigte.

Sozialabgaben: Ferienjobs sind meist sozialversicherungsfrei

Kurzfristige Ferienjobs sind sozialversicherungsfrei, unabhängig von der Höhe des Verdienstes. Eine „kurzfristige Beschäftigung“ darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Darum ist sicherzustellen, dass der Ferienarbeiter tatsächlich noch Schüler ist. Solange eine Aushilfe als kurzfristig Beschäftigte generell nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage (bei unter 5 Tagen pro Woche) im Jahr arbeitet, fallen keine Abgaben für die Sozialversicherung an.

Achtung: Wegen Corona wurden diese Höchstzeiten (von März 2020 bis 31. Oktober 2020) auf 5 Monate bzw. 115 Arbeitstage verlängert.

Der Arbeitgeber muss die kurzfristige Beschäftigung bei der Minijob-Zentrale an- und abmelden.

Auch Studenten können in den Semesterferien als kurzfristig Beschäftigte versicherungsfrei verdienen. Bei Überschreiten der bei der kurzfristigen Beschäftigung erlaubten Zeitgrenzen kann die Beschäftigung des Studenten im Rahmen des „Werkstudentenprivilegs“ sozialversicherungsfrei sein.

Auch Aushilfen sind lohnsteuerpflichtig

Ferienjobs sind grundsätzlich lohnsteuerpflichtig. Arbeitet die Aushilfe als „geringfügig Beschäftigte“ mit bis zu 450 € pro Monat, ist eine Pauschalbesteuerung mit einem Steuersatz von 2 % oder 20 % mit unterschiedlichem Rentenversicherungsbeitrag möglich.

Achtung: Bei einer kurzfristigen Beschäftigung gelten bei der Lohnsteuer andere Voraussetzungen als in der Sozialversicherung. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung fallen 25 % pauschale Lohnsteuer an, vorausgesetzt

  • die Beschäftigung erfolgt nur „gelegentlich“, 
  • an nicht mehr als 18 zusammenhängenden Tagen und
  • für nicht mehr als durchschnittlich 120 € pro Tag und nicht mehr als durchschnittlich 15 € Stundenlohn.

Ansonsten muss die Lohnsteuer nach den elektronischen Steuermerkmalen der Aushilfe abgeführt werden. Dabei dürfte bei einer Aushilfsbeschäftigung in der Praxis wegen Frei- und Pauschbeträgen kaum Lohnsteuer anfallen. Fällt Lohnsteuer an, kann sie im Rahmen des Lohnsteuerjahresausgleichs erstattet werden.

Aushilfen bei Arbeitsunfällen automatisch versichert

Wie alle anderen Arbeitnehmer sind Schüler und Studierende während eines Ferienjobs bei Arbeitsunfällen in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Die Kosten trägt allein der Arbeitgeber.

Achtung: Der Mindestlohn gilt auch für Aushilfen! Auch Minijobber, kurzfristig Beschäftigte, Werkstudenten und Teilzeitkräfte aller Art haben einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Ausnahme: Minderjährige ohne abgeschlossene Ausbildung fallen nicht unter das Mindestlohngesetz.

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