Was ist ein Debitor?

Was bedeutet Debitor? Was ist der Unterschied zwischen Debitoren und Gläubigern? Was sind kreditorische Debitoren und wer vergibt eine Debitorennummer? Wie werden Debitorenverluste gebucht? Welche Maßnahmen kann man bei offenen Forderungen und im Mahnwesen ergreifen? Was ist eine Debitorenfrist oder ein Debitorenkonto? Im folgenden Artikel finden Sie die wichtigsten Informationen rund um das Thema Debitoren für Sie zusammengefasst.

Zuletzt aktualisiert am 03.03.2026

Zusammenfassung

Debitoren im Überblick

  • Debitoren sind die Kunden von Unternehmen und Selbstständigen, die diesen noch Geld schulden.
  • Die Debitorenbuchhaltung hilft u.a. dabei, Kunden mit schlechter Zahlungsmoral zu identifizieren.
  • Bei der Einschätzung des Debitorenrisikos kommt häufig das Scoring zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Art Bonitätseinschätzung, die die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall angibt.
  • Ein genauer Überblick über Debitoren hilft Unternehmen, rechtzeitig zu reagieren und finanzielle Verluste zu vermeiden.

Definition

Was bedeutet Debitor?

Debitoren sind Abnehmer von Waren oder Dienstleistungen, die das Entgelt für die entsprechende Ware oder Dienstleistung noch schuldig sind. Im Grunde handelt es sich dabei also um die Kundschaft oder Auftraggeber von Unternehmen und Selbstständigen. Das Gegenstück zum Debitor ist der Kreditor: ein Gläubiger wie ein Lieferant oder Dienstleister, dem ein Unternehmen Geld schuldet.

Debitoren und Gläubiger

Der Begriff „Debit“ ist Ihnen vielleicht von der Debitkarte bekannt. Debit bezeichnet eine Lastschrift. Das Wort leitet sich vom lateinischen „debere“ ab, was „schulden“ bedeutet. Debitoren sind also Schuldner.

Kredit stammt vom lateinischen „credere“ ab, was so viel wie „glauben“ oder „vertrauen“ bedeutet. Kreditoren – auch Gläubiger genannt – vertrauen demnach darauf bzw. glauben daran, dass Debitoren die offenen Schulden bezahlen und geben ihnen deshalb Waren und Dienstleistungen sozusagen auf Kredit.

Beide Begriffe werden größtenteils im Rechnungswesen verwendet.

Die Begriffserklärungen zeigen, in welchem Verhältnis Debitoren und Gläubiger zueinanderstehen: Der Gläubiger einer erbrachten Dienstleistung oder einer gelieferten Ware ist davon abhängig bzw. muss darauf vertrauen, dass der Debitor den offenen Rechnungsbetrag begleicht.

  • Von Debitoren und Gläubigern spricht man bei sogenannten Zielkäufen.
  • Das sind Käufe, bei denen ein Zahlungstermin oder eine Zahlungsfrist gesetzt ist.
  • Das Gegenteil sind Barkäufe, bei denen die Rechnung und Zahlungen direkt nach Erbringung der Leistung erfolgt.

Dadurch ist also automatisch jeder Kunde, der etwas auf Rechnung erhält, ein Debitor, und jeder Unternehmer oder Selbstständige, der etwas auf Rechnung anbietet, automatisch Kreditor. Praktisch kann jede natürliche und juristische Person und jedes Unternehmen beide Rollen einnehmen.

  • Debitor = Schuldner von Lieferungen und Leistungen
  • Kreditor = Gläubiger von Lieferungen und Leistungen

Debitoren am Beispiel Bank

Wenn Sie eine Kreditkarte haben und diese belasten, dann nehmen Sie einen Kredit bei Ihrem Gläubiger, der Bank, auf. Durch eine Kreditkarte bauen Sie vorerst Schulden (Verbindlichkeiten) auf, die Sie anschließend abbezahlen. Ihre normale Girokonto-Karte hingegen ist eine Debitkarte. Wenn Sie 1.000,00 Euro auf Ihrem Bankkonto haben, besagt das, dass Ihre Bank Schulden in Höhe von 1.000,00 Euro bei Ihnen hat. Belasten Sie diese Debitkarte, verringern Sie die Schulden der Bank bzw. Sie verringern Ihre Forderungen gegenüber der Bank.

  • Ist Ihre Bank Ihr Kreditor, so hat Sie Ihnen eine Leistung zur Verfügung gestellt und Sie müssen diese bezahlen. Ebenfalls sind Lieferanten Gläubiger.
  • Ist Ihre Bank Ihr Debitor, so haben Sie zuvor etwas eingezahlt und heben nun Geld durch Ihre EC-Karte ab. Sie haben eine Leistung (Ihr Geld) zur Verfügung gestellt und wollen nun darüber verfügen, sodass Ihre Bank Sie auszahlen muss. Kunden sind damit ebenfalls Debitoren.

Debitoren in der Buchhaltung

Neben der Relation von Debitoren und Gläubigern sollten Sie auch wissen, welche Rolle Debitoren in der Buchhaltung spielen. Die Finanzbuchhaltung hält für die Verwaltung von Forderungen an Schuldner einen speziellen Teilbereich bereit. Dieser Bereich nennt sich Debitorenbuchhaltung und wird bei der doppelten Buchführung in einem Nebenbuch erfasst. Folgende Aspekte sollten Sie zur Debitorenbuchhaltung kennen:

  • In manchen Unternehmen ist die Debitorenbuchhaltung besser bekannt als Offene-Posten-Buchführung.
  • Die Debitorenbuchhaltung ist ein Teil des Forderungsmanagements und umfasst auch die Berechnung von Ausfallquoten.
  • Die Informationssammlung bezüglich der Zahlungsmoral von Schuldnern ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil davon.

Zu den Aufgaben der Debitorenverwaltung gehört das Erstellen und Verwalten von Rechnungen, Gutscheinen, Ratenzahlungen und Zahlungserinnerungen.

Definition

Was ist die Debitorenbuchhaltung?

Die Debitorenbuchhaltung meint das Forderungsmanagement gegenüber Kunden. Sie ist ein wesentlicher Teil der Buchhaltung und gibt einen Überblick über offene und bezahlte Rechnungen. Die Debitorenbuchhaltung ist somit wichtig für die Liquidität eines Unternehmens. Liquidität bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, allen Zahlungsverpflichtungen jederzeit vollständig nachkommen zu können.

Was sind kreditorische Debitoren und debitorische Kreditoren?

Es kann vorkommen, dass ein Debitor eine Gutschrift erhält. Ein noch nicht bezahltes Produkt ist zum Beispiel defekt und wird deshalb zurückgeschickt. Ein Teil des Betrages wird dem Debitor gutgeschrieben. Dadurch wird er gleichzeitig Gläubiger, bis diese Gutschrift erfolgt ist. Dabei spricht man von einem kreditorischen Debitor.

Der Buchungssatz für kreditorische Debitoren lautet dann „Umsatzerlöse an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“.

  • Der Buchungssatz zeigt, dass die ursprünglich vom Debitor erwartete Zahlung durch die Warenrücksendung entfällt.
  • Statt einer Forderung entsteht eine Verbindlichkeit des Unternehmens gegenüber dem Debitor.
  • Das Unternehmen befindet sich nun in der Schuld des Debitors.

Sollte dieser Fall in der Phase des Jahresabschlusses eintreten, greift laut dem HGB das Saldierungsverbot. Die Gutschrift fällt dann nämlich auf zwei Kalenderjahre. Hier darf die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht durch einen negativen Saldo in den Debitorenkonten gemindert werden. Sie müssen den Betrag deshalb vorerst in der Bilanz unter „Sonstige Verbindlichkeiten“ verbuchen.

Im Gegensatz dazu spricht man von einem debitorischen Kreditor, wenn ein Gläubiger mehr Geld bezahlt hat als eigentlich gefordert. In solch einem Fall steht ihm eine Rückzahlung des überschüssigen Betrags durch den Lieferanten zu. Ein typisches Beispiel hierfür ist, wenn ein Unternehmen aus Versehen eine höhere Summe an seinen Lieferanten überweist als gefordert.

Wenn Sie debitorische Kreditoren buchen müssen, weil Sie mehr Geld als gefordert erhalten haben, buchen Sie den überschüssigen Betrag als Verbindlichkeit. Nach Rücküberweisung des zu viel erhaltenen Betrags lösen Sie die Buchung auf, um die debitorischen Kreditoren zu bereinigen.

Wie wird aus dem Gläubiger ein Debitor?

Es kann außerdem vorkommen, dass ein Gläubiger zu einem Debitor wird. Schulden beschränken sich nicht nur auf Geldbeträge. Es kann sich auch um Waren handeln.

  • Haben Sie beispielsweise eine Anzahlung für eine Ware getätigt, die noch nicht geliefert wurde, schuldet Ihnen der Lieferant diese Ware.
  • Der Fabrikant oder Dienstleister wird so zum Debitor.
  • Sie schulden ihm aber auch noch den Restbetrag, also bleibt er auch Forderungsinhaber.

Was ist eine Debitorennummer?

In der Debitorenbuchhaltung wird jedem Debitor eine Debitorennummer zugeteilt. Diese eindeutige Kennziffer dient der Identifizierung von Kunden und der Zuordnung von Forderungen. Sie ermöglicht es, offene Rechnungen, Zahlungseingänge und Mahnungen klar zuzuordnen und somit die Buchhaltung effizient zu organisieren.

Wichtig: Die Debitorennummer ist nicht mit der Kundennummer zu verwechseln. Während die Kundennummer im Customer-Relationship-Management (CRM) eines Unternehmens zur Verwaltung von Kundendaten dient, ist die Debitorennummer ein buchhalterisches Ordnungskriterium zur Abbildung finanzieller Forderungen.
Im Laufe der Zeit hat sich bei der Vergabe der Nummern ein Standard etabliert.

  • Der Zahlenbereich 10001 bis 69999 wird häufig für Debitorennummern verwendet.
  • Diese Nummernfolge ist jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben.
  • Unternehmen können eigene Nummernkreise definieren, solange sie intern konsistent bleiben.

Zum Jahresabschluss muss die Summe aller Forderungen an Debitoren in der Bilanz aufgeführt werden. Ziel ist es, ausstehende Forderungen möglichst gering zu halten, um die Liquidität des Unternehmens zu sichern.
Das Debitorenziel ist eine wichtige Kennzahl der Bilanzanalyse. Es wird folgendermaßen berechnet:

Debitorenziel (in Tagen) = Forderungen aus Lieferungen und Leistungen × 365 / Umsatzerlöse
Je kürzer das Debitorenziel ausfällt, desto besser ist die Zahlungsdisziplin der Kundschaft.

Was ist ein Debitorenkonto?

Das Debitorenkonto ist essenzieller Bestandteil der Debitorenbuchhaltung und wird für jeden Schuldner angelegt. Dieses Konto dokumentiert sämtliche offene Rechnungen sowie eingegangene Zahlungen des betreffenden Kunden. Normalerweise führt das Unternehmen für jeden Kunden ein separates Debitorenkonto, um Klarheit zu schaffen, doch in manchen Fällen können Konten mehrerer Schuldner zu einer Debitorengruppe zusammengefasst werden.

Neben seiner Rolle bei der Erfassung und Überwachung von Forderungen erleichtert das Debitorenkonto auch den Prozess der Forderungseinziehung, einschließlich etwaiger Mahnverfahren.

Darüber hinaus spielt das Debitorenkonto eine wichtige Rolle in der finanziellen und betrieblichen Planung eines Unternehmens.

  • Mithilfe dieser Konten lässt sich abschätzen und analysieren, wann mit Zahlungseingängen zu rechnen ist.
  • Die exakte Führung und Verwaltung der Debitorenkonten ist nicht standardisiert.
  • Jeder Betrieb passt seine Debitorenkonten individuell an, sodass sie zur jeweiligen Unternehmensstruktur passen.

Beim Debitorenkonto handelt es sich um Buchhaltungskonten, die nicht in die Bilanz eingehen. Stattdessen fließt der Saldo in die Bilanz unter dem Konto „Forderungen für Lieferungen und Leistungen“. Das ist im Handelsgesetzbuch (HGB) so festgelegt.

Wie werden Debitorenverluste verbucht?

Unternehmer, Kleinunternehmer und Selbstständige müssen sich spätestens beim Rechnungsabschluss mit dem Thema Debitorenverlust auseinandersetzen. In der Regel ist das zum Jahresende, also zum 31. Dezember, der Fall.

In der Buchführung des betroffenen Unternehmens werden diese Debitorenverluste als Wertminderung des Debitorenvermögens wie eine Abschreibung behandelt. Um solche Verluste zu vermeiden, wird das Forderungsmanagement eingesetzt.

Info

Mit einer Debitorenliste den Überblick bewahren

Eine Debitorenliste oder Offene-Posten-Liste führt alle offenen Rechnungen auf, die Ihre Kunden noch bezahlen müssen. Mit ihr behalten Sie also alle offenen Forderungen im Blick.

Welche Maßnahmen können Sie als Gläubiger bei offenen Forderungen ergreifen?

Ein zentrales Element im Forderungsmanagement ist das Mahnwesen. Mit diesem können Sie bei offenen Forderungen Maßnahmen ergreifen, um Kunden zur Zahlung zu bewegen.

  • Nach der ersten Mahnung, mit eventueller Kündigungsandrohung und Mahnkosten, folgt die zweite und schließlich die dritte Mahnung als letzte Aufforderung.
  • Reagiert der Schuldner weiterhin nicht, suchen Gläubiger rechtliche Unterstützung beim Rechtsanwalt oder wenden sich an ein Inkassobüro.
  • Die Debitorenbuchhaltung leitet ein gerichtliches Mahnverfahren ein, bei dem ein Mahnbescheid beantragt wird.
  • Dieser informiert den Schuldner über das anstehende Verfahren.
  • Die anfänglichen Kosten trägt der Gläubiger, kann diese jedoch später vom Debitor zurückfordern.

Wichtig: Mahnungen zu schreiben ist keine Pflicht. Rechnungen können auch so gestaltet werden, dass der Schuldner ohne Mahnung in Verzug gerät, etwa, indem man ein genaues Datum in der Rechnung angibt, bis zu dem die Zahlung erfolgen muss. Zahlt der Schuldner bis dahin nicht, ist er automatisch in Verzug und man kann direkt weitere Schritte einleiten. Dennoch ist es in der Praxis üblich, einen Schuldner zunächst auf seinen Verzug hinzuweisen.

Tipp

Mahnwesen mit Lexware Office automatisieren

Mit der Buchhaltungssoftware Lexware Office erstellen und versenden Sie Zahlungserinnerungen und Mahnungen aus überfälligen Rechnungen mit nur einem Klick. So können Sie Ihre Forderungen ganz ohne Anwalt durchsetzen.

Info

Was ist eine Debitorenfrist?

Die Debitorenfrist bzw. Debitorenlaufzeit ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie definiert das durchschnittliche Zahlungsziel, das ein Unternehmen seinen Kunden für die Bezahlung von Rechnungen einräumt.