Betriebsausgaben: Vergebliche Kosten bei geplantem Kauf einer GmbH-Beteiligung abziehbar? /fileadmin/_processed_/c/c/csm_Vergebliche_Kosten_bei_geplantem_Kauf_einer_GmbH-Beteiligung_abziehbar_74c4154d28.jpg 2015-08-17 Lexware

Betriebsausgaben: Vergebliche Kosten bei geplantem Kauf einer GmbH-Beteiligung abziehbar?

BFH-Urteil: Due-Dilegence-Aufwand ist bei missglücktem Kauf steuerlich abziehbar
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 17.08.2015

Sind Sie als Gesellsachafter-Geschäftsführer einer GmbH stets auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern und kaufen für die GmbH regelmäßig GmbH-Beteiligungen? Dann gibt es eine gute Nachricht vom Bundesfinanzhof.

Kommt es nämlich nicht zum Kauf, dürfen die angefallenen Kosten in diesem Zusammenhang als Betriebsausgaben abgezogen werden.Die Finanzämter sahen das bislang anders und vertraten die Meinung, dass bei einem missglückten Verkauf eines GmbH-Anteils insbesondere die Beratungskosten zur Ermittlung des Werts des GmbH-Anteils nach § 8b Abs. 3 KSTG dem Einkommen der GmbH wieder hinzuzurechnen sind.Doch die Richter des Bundesfinanzhofs bereiteten der allzu fiskalischen Gesetzesauslegung nun ein Ende. Solche Beratungskosten, besser auch bekannt als Due-Diligence-Aufwand sind bei missglücktem Kauf abziehbar (BFH, Urteil v. 9.1.2013, Az. IR 72/11).

Beispiel: Die XY-GmbH möchte einen 100 %igen Anteil an der Huber-GmbH erwerben. Ein Unternehmensberater  wird mit der Wertermittlung für die Huber-GmbH beauftragt. Er erteilt eine Rechnung über 50.000 Euro zzgl.  9.500 Euro Umsatzsteuer, die bei der GmbH als Betriebsausgaben verbucht wird. Der Kauf des GmbH-Anteils scheitert letztendlich. Das zu versteuernde Einkommen der GmbH beträgt 200.000 Euro.

So rechnet die GmbH und das Finanzamt
So rechnet die GmbH und das Finanzamt
So rechnet die GmbH So rechnete bislang das Finanzamt
Steuerbilanzgewinn der GmbH 200.000 EUR 200.000 EUR
Außerbilanzmäßige Zurechnung der vergeblichen Beratungskosten 0 EUR +50.000 EUR
Zu versteuerndes Einkommen der XY-GmbH 200.000 EUR 250.000 Euro

Praxis-Tipp: Kommt es dagegen zum Kauf eines GmbH-Anteils, wirken sich solche Due-Diligence-Aufwendungen nicht als Betriebsausgabe aus. Diese Kosten stellen Anschaffungsnebenkosten der Beteiligung dar und sind zu aktivieren.

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