Minijobber einstellen: Diese Regeln sollten Sie kennen

Regelungen für Minijobs 2015
Aktualisiert am: 05.11.2015

Seit 2013 dürfen Minijobber bis zu 450 EUR im Monat verdienen. Seit 2015 ist sogar ein gelegentliches unvorhersehbares Überschreiten dieser Monatsgrenze bis zu 3 Mal in 12 Monaten erlaubt. Minijobber müssen den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 EUR bekommen. Zur Rentenversicherung zahlen Minijobber einen Eigenbeitrag. In der Lohnabrechnung müssen Sie die Umlagesätze U1 und U2, die Insolvenzgeldumlage und den Beitrag zur Unfallversicherung berücksichtigen.

Regelungen für Minijobs auf einen Blick

Für Minijobs gilt:

  • Der Minijobber darf höchstens 450 EUR pro Monat verdienen.
  • Ein gelegentliches, unvorhersehbares Überschreiten ist bis zu 3 Mal (bisher 2 Mal) innerhalb eines Jahres erlaubt.
  • Minijobber müssen einen Eigenanteil zur Rentenversicherung zahlen, wenn sie sich nicht befreien lassen.
  • Minijobber müssen den ab 1.1.2015 geltenden gesetzlichen Mindestlohn erhalten.

Die 450-EUR-Grenze darf 3 Mal überschritten werden

Grundsätzlich wird der Minijob zu einer normalen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, sobald die 450-EUR-Grenze überschritten wird. Ausnahme: Ein gelegentliches und unvorhersehbares Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze. Unvorhersehbar ist z. B. die ungeplante Vertretung eines erkrankten Mitarbeiters, eine Urlaubsvertretung ist es nicht. Seit dem 1. Januar 2015 ist ein gelegentliches Überschreiten der 450-EUR-Grenze in bis zu 3 Monaten innerhalb eines Zeitjahres möglich.

Minijobber müssen Mindestlohn bekommen

Auch Minijobber haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 EUR. Ausnahmen bestehen nur für wenige Personengruppen wie z B. bestimmte Praktikanten, Zeitungszusteller (bis 31.12.2016) und Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Achtung: Würde der Mindestlohn zu einer Überschreitung der 450-EUR-Grenze führen, müssen Sie handeln. Um die Entstehung eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses zu verhindern, können Sie eine Reduzierung der Arbeitszeit vereinbaren. Denken Sie aber auch daran, den Arbeitsvertrag entsprechend zu ändern.

Nach dem Mindestlohngesetz sind Sie verpflichtet, genaue Stundenaufzeichnungen zu führen. Sie müssen – innerhalb von 7 Tagen – Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen. Die Aufzeichnungen sind 2 Jahre aufzubewahren und den Prüfern bei Kontrollen vorzulegen.

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Sozialversicherungssätze bei Minijobs

Die Umlage U1 für den Ausgleich von Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit beträgt seit dem 1.9.2015 bei der Minijob-Zentrale 1,00 % des Bruttoarbeitsentgelts, die U2 für den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschutz beträgt dort 0,30 % des Bruttoarbeitsentgelts.

Der pauschale Krankenversicherungsbeitrag für Minijobber beträgt unverändert 13 %. Der neue Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung fällt bei Minijobs nicht an.

Der Beitragssatz zur Unfallversicherung ist von der Branche Ihres Betriebs abhängig und an die zuständige Berufsgenossenschaft zu zahlen.

Sie als Arbeitgeber zahlen einen pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung von 15 %. Minijobber müssen darüber hinaus einen Eigenbeitrag leisten. Da der allgemeine Beitragssatz zur Rentenversicherung gesunken ist,  beträgt der Eigenanteil seit 1. Januar 2015 nun 3,7 %.

Durch den Eigenanteil kann der Minijobber

  • seinen Rentenanspruch erhöhen,
  • einen Anspruch auf Reha-Leistungen und auf Erwerbsminderungsrente erwerben,
  • eventuell früher in Rente gehen.

Möchte der Minijobber keinen Eigenanteil zahlen, kann er sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Das geschieht, indem er dem Arbeitgeber diesen Wunsch schriftlich mitteilt. Sie bestätigen den Eingang mit Eingangsdatum und nehmen das Schreiben zu Ihren Unterlagen. Sie brauchen es für zukünftige Prüfungen durch die Sozialversicherung. Die Meldung an die Minijob-Zentrale erfolgt im Rahmen der Anmeldung des Minijobbers.

Die meisten Minijobber werden sich dafür entscheiden, diesen Antrag zu stellen, weil sie sich keinen Vorteil von der Zahlung versprechen. Bei Unschlüssigen empfiehlt sich die Verweisung an Rentenfachleute, da die Situation im Einzelfall nur von diesen sachkundig beurteilt werden kann.

Tipp: Kostenlose Beratungsstellen
Unschlüssige Minijobber erhalten genauere Informationen bei einem Rentenberater oder beim Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung (kostenlos unter Tel. 0800 / 100 048 00).

Praxis-Beispiel: Mindestbeitrag beachten

Der Minijobber muss den pauschalen Rentenbeitrag des Arbeitgebers (15 %) auf den normalen Rentenbeitrag aufstocken. Sein Eigenanteil beträgt damit 2016 grundsätzlich 3,7 %. Verdient Ihr Minijobber weniger als 175 EUR im Monat, ist sein Eigenbeitrag zur Rentenversicherung höher. Das liegt daran, dass der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung (Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen 18,7 %) aus mindestens 175 EUR berechnet wird.

1. Beispiel: Verdient der Minijobber 100 EUR im Monat, beträgt der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung 32,73 EUR (18,7 % von 175 EUR). Davon tragen Sie als Arbeitgeber 15 EUR (15 % von 100 EUR), der Minijobber die Differenz. Sein Eigenanteil beträgt 17,73 EUR (32,73 EUR abzüglich 15 EUR).

2. Beispiel: Verdient der Minijobber 400 EUR im Monat, beträgt der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung 74,80 EUR (18,7 % von 400 EUR). Davon tragen Sie als Arbeitgeber 60 EUR (15 % von 400 EUR), der Minijobber die Differenz. Sein Eigenanteil beträgt 14,80 EUR (74,80 EUR abzüglich 60 EUR bzw. 3,7 %). 

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