Minijobber einstellen: Diese Regeln sollten Sie kennen

Bei der Einstellung eines Minijobbers müssen Sie bestimmte Regelungen beachten.
Aktualisiert am: 27.06.2018

Minijobber dürfen bis zu 450 EUR im Monat verdienen. Seit 2015 ist sogar ein gelegentliches unvorhersehbares Überschreiten dieser Monatsgrenze bis zu 3 Mal in 12 Monaten erlaubt. Minijobber müssen den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 EUR bekommen. Zur Rentenversicherung zahlen Minijobber einen Eigenbeitrag. In der Lohnabrechnung müssen Sie die Umlagesätze U1 und U2, die Insolvenzgeldumlage und den Beitrag zur Unfallversicherung berücksichtigen.

Die Regelungen für Minijobs auf einen Blick

Für Minijobs gilt:

  • Der Minijobber darf höchstens 450 EUR pro Monat verdienen.
  • Ein gelegentliches, unvorhersehbares Überschreiten ist bis zu 3 Mal (bisher 2 Mal) innerhalb eines Jahres erlaubt.
  • Minijobber müssen einen Eigenanteil zur Rentenversicherung zahlen, wenn sie sich nicht befreien lassen.
  • Minijobber müssen den gesetzlichen Mindestlohn erhalten.

Die 450-EUR-Grenze darf 3 Mal überschritten werden

Grundsätzlich wird der Minijob zu einer normalen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, sobald die 450-EUR-Grenze überschritten wird. Ausnahme: Ein gelegentliches und unvorhersehbares Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze. Unvorhersehbar ist z. B. die ungeplante Vertretung eines erkrankten Mitarbeiters, eine Urlaubsvertretung ist es dagegen nicht. Ein unvorhersehbares Überschreiten der 450-EUR-Grenze ist gelegentlich, d.h. bis zu 3 Mal innerhalb eines Jahres, möglich.

Minijobber müssen Mindestlohn bekommen

Auch Minijobber haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 EUR. Ausnahmen bestehen nur für wenige Personengruppen, wie z B. bestimmte Praktikanten, Auszubildende und Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Achtung: Ändert sich der gesetzliche Mindestlohn (wie z. B. zum 1. Januar 2019 und zum 1. Januar 2020), müssen Sie darauf achten, dass die 450 EUR-Grenze nicht überschritten wird. Damit kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis entsteht, können Sie eine Reduzierung der Arbeitszeit vereinbaren. Denken Sie aber auch daran den Arbeitsvertrag entsprechend zu ändern.

Nach dem Mindestlohngesetz sind Sie verpflichtet, genaue Stundenaufzeichnungen zu führen. Sie müssen – innerhalb von 7 Tagen – Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen. Die Aufzeichnungen sind 2 Jahre aufzubewahren und den Prüfern bei Kontrollen vorzulegen.

Testen Sie unser Produkt Lexware lohn + gehalt wissen kompakt - jetzt 4 Wochen kostenlos! Hier erhalten Sie alle wichtigen Infos, Arbeitshilfen, Mustertexte und -verträge. Natürlich auch mit allen rechtlichen Änderungen rund um den Einsatz von Minijobbern.

Sozialversicherungssätze bei Minijobs

Die pauschalen Sozialversicherungsbeiträge für Ihren Minijobber zahlen Sie an die Minijob-Zentrale. Die Umlage U1 für den Ausgleich von Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit beträgt seit Januar 2018 0,9 % des Bruttoarbeitsentgelts. Die Umlage U2 für den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft kostet Sie 0,24 % des Bruttoarbeitsentgelts.

Der pauschale Krankenversicherungsbeitrag für Minijobber beträgt 13 %.

Sie als Arbeitgeber zahlen einen pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung von 15 %. Ihre Minijobber müssen darüber hinaus einen Eigenbeitrag in Höhe von 3,6 % leisten.

Durch den Eigenanteil kann der Minijobber

  • seinen Rentenanspruch erhöhen,
  • einen Anspruch auf Reha-Leistungen und auf Erwerbsminderungsrente erwerben,
  • eventuell früher in Rente gehen.

Möchte der Minijobber keinen Eigenanteil zahlen, kann er sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Das geschieht, indem er dem Arbeitgeber diesen Wunsch schriftlich mitteilt. Sie bestätigen den Eingang mit Eingangsdatum und nehmen das Schreiben zu Ihren Unterlagen. Sie brauchen es für zukünftige Prüfungen durch die Sozialversicherung. Die Meldung an die Minijob-Zentrale erfolgt im Rahmen der Anmeldung des Minijobbers.

Die meisten Minijobber werden sich dafür entscheiden, diesen Antrag zu stellen, weil sie sich keinen Vorteil von der Zahlung versprechen. Ob es sich bei Ihrem Minijobber lohnen würde, kann nur ein Rentenfachmann beurteilen.

Tipp: Kostenlose Beratungsstellen

Unschlüssige Minijobber erhalten genauere Informationen bei einem Rentenberater oder beim Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung (kostenlos unter Tel. 0800 / 1000 480 70).

Der Beitragssatz zur Unfallversicherung ist von der Branche Ihres Betriebs abhängig und an die zuständige Berufsgenossenschaft zu zahlen.

Praxis-Beispiel: Mindestbeitrag beachten

Der Minijobber muss den pauschalen Rentenbeitrag des Arbeitgebers (15 %) auf den normalen Rentenbeitrag aufstocken. Sein Eigenanteil beträgt damit 3,6 %. Verdient Ihr Minijobber weniger als 175 EUR im Monat, ist sein Eigenbeitrag zur Rentenversicherung höher. Das liegt daran, dass der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung (Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen) aus mindestens 175 EUR berechnet wird.

1. Beispiel: Verdient der Minijobber 100 EUR im Monat, beträgt der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung 32,55 EUR (18,6 % von 175 EUR). Davon tragen Sie als Arbeitgeber 15 EUR (15 % von 100 EUR), der Minijobber die Differenz. Sein Eigenanteil beträgt 17,55 EUR (32,55 EUR abzüglich 15 EUR).

2. Beispiel: Verdient der Minijobber 400 EUR im Monat, beträgt der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung 74,40 EUR (18,6 % von 400 EUR). Davon tragen Sie als Arbeitgeber 60 EUR (15 % von 400 EUR), der Minijobber die Differenz. Sein Eigenanteil beträgt 14,40 EUR (74,40 EUR abzüglich 60 EUR bzw. 3,6 %). 

Themenseite „Mitarbeiter finden und einstellen“

Für kleine Unternehmen ist es oft nicht leicht, qualifizierte neue Mitarbeiter zu finden und für den eigenen Betrieb zu begeistern. Das A und O ist dabei ein professioneller Einstellungsprozess. Auf unserer Themenseite finden Sie hierzu geballtes Fachwissen und kostenlose Arbeitshilfen.

Jetzt für den Gratis-Newsletter anmelden!
Alles Wichtige zu Buchhaltung & Finanzen, Mitarbeiter & Gehalt, Marketing & Vertrieb u.v.m.

War dieser Beitrag hilfreich?
Bitte tragen Sie einen Kommentar ein.