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Das Wichtigste in Kürze
- Gründung ist ein Prozess, kein Sprint: Plane für die Unternehmensgründung mehrere Monate für Businessplan, Finanzen und Formalitäten ein.
- Rechtliche Aspekte frühzeitig klären: Rechtsform, Genehmigungen und mögliche Qualifikationspflichten hängen von der jeweiligen Branche ab.
- Behörden-Marathon: Das Gewerbeamt und Finanzamt gehören zum Pflichtprogramm. Je nach gewählter Rechtsform kommen noch IHK/HWK hinzu. Eine Checkliste hilft dir dabei, alle wichtigen Schritte bei der Unternehmensgründung zu gehen.
- Finanzierung: Die Finanzierung, insbesondere das Startkapital, spielt eine entscheidende Rolle und es gibt verschiedene Möglichkeiten, je nach Rechtsform und individuellen Bedürfnissen des Gründers.
- Typische Fehler vermeiden oder untergehen: Keine Krisenvorsorge, schlechte Akquise, zu hohes Gehalt, Steuerblindheit, Fokusverlust. Viele dieser typischen Fehler kosteten einigen Unternehmen schon die Existenz.
Ein eigenes Unternehmen gründen
Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist mit zahlreichen vorbereitenden Maßnahmen verbunden. Noch bevor du die Gewerbeanmeldung unterschreibst oder den ersten Euro investierst, solltest du dein Vorhaben auf den Punkt bringen. Stelle dir dazu zu Beginn deiner Unternehmensgründung zuerst folgende Fragen:
- Was ist meine Geschäftsidee und welche Probleme löst sie?
- Wer ist meine Zielgruppe? Privatpersonen, Unternehmen etc.
- Muss ich Räumlichkeiten, wie Lager, Büro oder Werkstatt anmieten?
- Kann ich mein Unternehmen von zu Hause aus führen?
- Wie sieht mein Geschäftsfeld aus? Produziere ich beispielsweise Produkte?
- Welche monatlichen Kosten kommen auf mich zu? Miete, Strom etc.
Je konkreter du diese Punkte beantwortest, desto besser kannst du Kosten, Umsatz und Zeitaufwand planen. Beachte, dass die Planung, Konzeption, Kalkulation und alle weiteren vorbereitenden Maßnahmen dich häufig mehrere Monate kosten. Die Firmengründung ist also nichts, was du von heute auf morgen vornehmen solltest.
Welche persönlichen Voraussetzungen sollte ich für eine Unternehmensgründung mitbringen?
Ein eigenes Unternehmen zu gründen, geht mit einigen persönlichen Voraussetzungen einher, wie Eigeninitiative, Branchenkenntnisse, Fachkompetenz etc. Damit dies gelingt, solltest du unter anderem folgende Fähigkeiten, Eigenschaften und Kenntnisse mitbringen:
- Branchenkenntnisse: Du solltest Markt, Kunden und Konkurrenz aus dem Effeff kennen.
- Eigeninitiative: Du treibst dein Unternehmen selbst voran. Es gibt niemanden, der dir Aufgaben zuteilt.
- Fachkompetenz: Du beherrschst deinen Bereich durch Ausbildungen, Weiterbildungen oder Berufserfahrung. Sonst leidet die Qualität.
- Führungsstärke: Du weißt, wie du Mitarbeiter führst, und triffst keine voreiligen Entscheidungen.
- Geschäftssinn: Du bringst zumindest die betriebswirtschaftlichen Grundlagen mit und kennst Geschäftsabläufe, Geschäftsmodelle und Marktpositionen.
- Talent im Vertrieb: Du weißt, wie du Produkte oder Dienstleistungen an andere Unternehmen oder Endverbraucher verkaufst.
Vergiss nicht: Von allen Faktoren, die einen Einfluss auf den Erfolg deiner Unternehmensgründung nehmen, bist du selbst der Entscheidende.
Dein Einsatz, deine Einstellung und deine Ideen formen das Unternehmen und sorgen dafür, dass es überhaupt entsteht.
Gibt es noch weitere Faktoren, die ich bei der Unternehmensgründung berücksichtigen sollte?
Neben den persönlichen Voraussetzungen gibt es mit der Rechtsform und den Zugangsvoraussetzungen noch weitere Faktoren, die wichtig für die Gründung eines Unternehmens sind. Sie helfen dir, nicht nur das individuelle Risiko optimal abzuschätzen, sondern auch rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Neben der passenden Idee, ein Unternehmen zu gründen, solltest du auch noch die folgenden Faktoren berücksichtigen:
- Wahl der Rechtsform: Steht die Geschäftsidee und du denkst als Nächstes über die Formalitäten nach? Dann rückt auch die Wahl der Rechtsform in den Fokus. Die Rechtsform entscheidet beispielsweise über Haftungsbeschränkung, Kapitalbeschaffung und Steuern. In Deutschland kannst du aus 12 unterschiedlichen Hauptrechtsformen wählen. Das Einzelunternehmen mit 2 062 752 Unternehmen (Statistisches Bundesamt) gehört dabei zu den am häufigsten gewählten Rechtsformen.
- Zugangsvoraussetzungen und Qualifikationen: Generell kannst du in Deutschland in nahezu jeder Branche ein eigenes Unternehmen gründen. Es gibt jedoch einige Branchen, wie zulassungspflichtige Handwerke, Sicherheit, Gesundheit, Pflege und einige weitere, bei denen du bestimmte Voraussetzungen erfüllen musst.
Das zuständige Gewerbeamt oder auch die Industrie- und Handwerkskammer informieren dich für die einzelnen Branchen zu den Genehmigungen und Voraussetzungen zur Unternehmensgründung.
Welche rechtlichen Voraussetzungen muss ich für eine Unternehmensgründung mitbringen
In Deutschland darfst du grundsätzlich in fast allen Bereichen ein Unternehmen gründen. Doch für manche Branchen brauchst du beispielsweise bestimmte Voraussetzungen, wie einen Meisterbrief, Qualifikationen oder behördliche Genehmigungen. Was für dich gilt, hängt von deiner Tätigkeit ab.
So ist ein Meisterbrief in vielen Handwerksberufen für die Gründung eines Unternehmens notwendig. In anderen Branchen benötigst du Genehmigungen, um ein Unternehmen an dem von dir gewählten Standort gründen zu dürfen. Daher musst du dich im Vorfeld genau informieren und für die passenden Zugangsvoraussetzungen sorgen.
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Beispiel: In diesen Branchen herrscht eine Qualifikationspflicht, wenn du dort ein Unternehmen gründen möchtest
- Zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A HwO): Im Handwerk gibt es die zulassungspflichtigen Handwerke, zu denen Berufe gehören, die für Mensch und Umwelt gefährlich werden könnten. Dazu zählen neben dem Elektrotechniker oder dem Kfz-Mechaniker auch der Bäcker. In diesen Bereichen darfst du nur ein Unternehmen gründen, wenn du oder ein Angestellter über einen Meisterbrief oder eine Ausnahmebewilligung verfügt.
- Recht & Finanzen: Hierzu zählen sämtliche Berufsgruppen, die zu den genannten Branchen gehören, wie Darlehensvermittler, Inkassobüro, Rechtsanwälte und Steuerberater.
- Sicherheit & Verkehr: Gründest du beispielsweise im Bewachungs-, Taxi- oder Waffengewerbe ein Unternehmen, benötigst du eine behördliche Genehmigung.
- Gesundheit & Pflege: Eröffnest du eine Apotheke, ein Altenpflegeheim, einen Krankentransport oder eine Fußpflege, benötigst du ebenfalls eine Genehmigung.
Neben den genannten Bereichen erfordern auch noch andere Branchen eine Qualifikationspflicht. Dazu zählen beispielsweise Arbeitnehmerüberlassungen, Gastronomie, Beherbergung oder Kindertagesstätten. Bevor du über eine Firmengründung in einem der Bereiche nachdenkst, solltest du deine Situation mit der zuständigen Gewerbebehörde oder IHK besprechen.
Welche Rolle spielt der Standort bei einer Unternehmensgründung?
Bei einer Geschäftsgründung spielt der Standort eine wichtige Rolle. Er entscheidet nicht nur über Erfolg oder Misserfolg deiner Selbständigkeit, sondern auch, welche Behörden und Ämter für dich zuständig sind.
Bei der Standortwahl solltest du folgende Faktoren berücksichtigen:
- Zielgruppe: Ist meine Zielgruppe vor Ort oder funktioniert alles online?
- Erreichbarkeit: Können Kunden oder Mitarbeiter den Standort gut erreichen?
- Kosten: Die Kosten (Miete, Strom etc.) unterscheiden sich je nach Gemeinde.
- Wettbewerb: Gibt es ähnliche Wettbewerber in meiner Nähe?
- Infrastruktur: Gibt es Internetanschluss, Parkmöglichkeiten oder Lieferzonen?
Wichtig: Suche erst nach einem passenden Standort und anschließend nach den für den Ort zuständigen Behörden. Dies erspart unnötige Wege und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
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Wie wirkt sich der Standort konkret auf die Gewerbesteuer aus?
Die Standortwahl wirkt sich auch auf die zu zahlende Gewerbesteuer aus. Jede Gemeinde legt dabei ihren eigenen Gewerbesteuerhebesatz fest. Verschaffe dir also einen Überblick über die Gewerbesteuerhebesätze.
Checkliste: So gehst du vor, wenn du ein Unternehmen gründest
Damit dein Unternehmen überhaupt existieren darf, musst du zahlreiche Schritte gehen. Du meldest ein Gewerbe an, informierst das zuständige Finanzamt, meldest dich bei der zuständigen IHK und stellst anschließend Mitarbeiter ein.
Die Gründung ist also mit einigem Aufwand und Arbeit verbunden. Damit du dein Unternehmen ordnungsgemäß gründen kannst, haben wir eine Checkliste für dich vorbereitet.
Gewerbeanmeldung
In den meisten Fällen musst du ein Gewerbe anmelden, wenn du ein Unternehmen gründest. Je nach Branche und Bereich musst du bei der Anmeldung des Gewerbes einen Finanzplan und Businessplan vorlegen, welcher von den zuständigen Personen geprüft wird. Ist die Prüfung optimal abgeschlossen, erhältst du vom Gewerbeamt deinen Gewerbeschein und deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Damit hast du die Grundlagen gelegt und dein Unternehmen formal gegründet. Von der Pflicht zur Gewerbeanmeldung sind Freiberufler ausgenommen.
Zuständiges Finanzamt informieren
Mit der Anmeldung des Gewerbes wird das zuständige Finanzamt informiert. Dieses sendet dir im Anschluss die notwendigen Unterlagen zu, um die steuerlichen und persönlichen Verhältnisse zu erfassen. Für Unternehmen ist es besonders wichtig, in diesem Bereich keine Fehler zu begehen. Eine spezialisierte Steuerberatung sollte als Ansprechpartner für dich und für das Finanzamt gewählt werden.
Meldung bei der IHK und der Eintrag ins Handelsregister
Wenn du als Kleingewerbetreibender, Freiberufler oder GbR in die Selbstständigkeit startest, musst du kein Mitglied in der Industrie- und Handelskammer werden. Für alle anderen Gründer ist die Mitgliedschaft in der IHK verpflichtend. Dazu musst du dich unter anderem in das Handelsregister mit deinem neuen Unternehmen eintragen lassen. Da in sehr vielen Fällen die Industrie- und Handelskammer allerdings vom Gewerbeamt über die Gründung informiert wird, erhältst du die dafür notwendigen Unterlagen in kurzerZeit auf dem Postweg.
Die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft
Die Berufsgenossenschaft (BG) ist die gesetzliche Unfallversicherung für Unternehmen und für die Mitarbeiter dieser Unternehmen. Wenn du ein Unternehmen gründest, musst du innerhalb einer Woche nach der Gewerbeanmeldung auch die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft vollziehen. Da es unterschiedliche Berufsgenossenschaften für die verschiedenen Branchen und Bereiche gibt, musst du in Erfahrung bringen, welche Berufsgenossenschaft für deinen Bereich zuständig ist. Wenn du ein Unternehmen gründen, dafür aber kein Gewerbe anmelden musst, kannst du dich als Gründer in der Berufsgenossenschaft freiwillig unfallversichern und somit das eigene Risiko minimieren.
Mitarbeiter: einstellen und anmelden
Viele Unternehmen benötigen über kurz oder lang eigene Mitarbeiter. Wenn du Mitarbeiter einstellst, müssen diese von dir auch sozialversichert werden. Das bedeutet, dass du die Mitarbeiter sowohl bei der Agentur für Arbeit, bei den jeweiligen Krankenkassen der Mitarbeiter und bei der Rentenversicherung anmelden musst. Auch die Zahlung der Löhne und der daraus resultierenden Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung muss von dir vorgenommen werden. Je größer das Unternehmen wird, umso umfangreicher werden diese Maßnahmen. Aus diesem Grund entstehen in größeren Unternehmen eigene Abteilungen, die sich beispielsweise nur um die Buchhaltung oder den Personalbereich kümmern. Bei der Unternehmensgründung spielt dies aber selten eine größere Rolle.
Checkliste: Ein Unternehmen gründen
- Gewerbe anmelden
- Anmeldung bei der IHK
- Finanzamt informieren
- Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft
- Eintrag ins Handelsregister
- Mitarbeiter anmelden
Benötige ich für die Firmengründung einen Businessplan?
Ja, wenn du ein eigenes Unternehmen gründen möchtest, führt kein Weg an einem Businessplan vorbei. Ein Businessplan ist das Herzstück jeder Betriebsgründung – nicht nur für Banken, sondern auch für dich selbst. Er ist sozusagen dein Fahrplan bei der Entwicklung deines Unternehmens. Schon der US-amerikanische Venture-Capitalist sagte: „Ohne einen Plan solltest du nicht starten!“
Kurz und knapp: Ein Businessplan hilft dir, folgende Fragen zu beantworten:
- Was biete ich konkret an?
- Wer kauft mein Produkt oder meine Dienstleistung?
- Was kostet mich meine Geschäftsidee bzw. Unternehmensgründung?
- Wie viel Geld bleibt am Ende übrig?
Erstellst du selbst einen Businessplan, merkst du schnell: Es erfordert viel Zeit und Wissen. Deshalb solltest du dir überlegen, ob du dich von einem Experten beraten lässt. Gehst du diesen Schritt selbst an, solltest du ihn realistisch betrachten und kritisch überprüfen. Lege insbesondere ein besonderes Auge auf alle Annahmen, z.B. zur Umsatz- und Kostenentwicklung.
Warum ist die Rechtsform für die Unternehmensgründung wichtig?
Die Wahl der Rechtsform ist wichtig, um gegebenenfalls nicht mit dem eigenen Privatvermögen für das Unternehmen haften zu müssen. Allerdings gehen diese Haftungsbeschränkungen in der Regel mit einem sehr hohen Startkapital einher. Bei einer GmbH liegt dieses beispielsweise bei 25.000 Euro. Nicht jeder kann so viel Kapital aufbringen, wenn er ein Unternehmen gründen möchte.
Darüber hinaus entscheidet die Wahl der Unternehmensform auch darüber, welche rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben du erfüllen musst. Kapitalgesellschaften unterliegen beispielsweise der doppelten Buchhaltung und Bilanzierung. Das Kleinunternehmen muss hingegen keine Umsatzsteuer ausweisen.
Welche Rechtsform sollte ich für mein eigenes Unternehmen wählen?
Es gibt nicht die eine Rechtsform, die für alle Gründer sinnvoll ist. Damit du dir ein besseres Bild darüber machen kannst, stellen wir dir einige der gängigsten Rechtsformen in Deutschland vor.
Einzelunternehmen & eingetragener Kaufmann (e. K.)
- Keine Beschränkung der Haftung
- Alle Entscheidungen liegen in deiner Hand
- Einfache Gründung, häufig nur Gewerbeanmeldung erforderlich
- Vereinfachtere Buchhaltung
- Du haftest mit deinem privaten Vermögen
Geeignet für: Einzelgründer, Dienstleister oder Start-Ups
Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
- Du benötigst mindestens einen weiteren Gesellschafter
- Alle Gesellschafter haften mit dem privaten Vermögen
- Entscheidungen kannst du nur mit deinem Geschäftspartner treffen
- Einfachere Gründung als bei einer Kapitalgesellschaft
Geeignet für: Kleinere Teams, gemeinsame Projekte
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Du benötigst mindestens 25.000 Euro Stammkapital (davon 12.500 bei Gründung)
- Du haftest nicht mit dem privaten Vermögen
- Gründest du mit anderen Personen zusammen brauchst du für alles ihre Zustimmung
- Doppelte Buchführung ist verpflichtend
- Höhere Gründungskosten
Geeignet für: Größere Projekte, externe Investoren
Weitere Rechtsformen
- Kommanditgesellschaft (KG)
- Offene Handelsgesellschaft (OHG)
- Aktiengesellschaft (AG)
- Unternehmergesellschaft (UG)
Wie wichtig ist das Branding für eine Unternehmensgründung?
Das Branding sorgt dafür, dass Geschäftspartner oder Endkunden dein Unternehmen wiedererkennen. Es bezeichnet den Markenaufbau für dein Unternehmen und ist ein wichtiger Schritt bei der Neugründung.
Die Markenbekanntheit ist entscheidend für den langfristigen Erfolg deines Unternehmens. Mit einer starken Marke bist du der Konkurrenz immer voraus und bleibst in den Köpfen deiner Zielgruppe.
Ein weiterer Vorteil der Markenbildung ist die anschließende verhältnismäßige einfache Etablierung weiterer Marken. Coca-Cola beispielsweise war bereits eine feste Marke, bevor weitere Getränke wie Fanta und Sprite hinzukamen und sich auf dem Markt festsetzten.
Ein erfolgreiches Branding setzt sich aus den folgenden Punkten zusammen:
- Marketing: Für ein erfolgreiches Branding ist vor allem ein gutes Marketing verantwortlich. Das funktioniert nicht über Nacht! Du musst vom ersten Schritt an alles durchdacht planen. Sorge zuerst dafür, dass deine potenziellen Kunden dein Unternehmen wiedererkennen. Erstelle einen Namen und ein Logo oder einen Schriftzug. Design, Schriftart, Farben und so weiter.
- Außenauftritt des Unternehmens: Neben den Unternehmenswerten und einer positiven Unternehmenskultur solltest du dich auf deinem Gebiet als Experte hervorheben. Das kannst du beispielsweise über einen regelmäßigen Blog auf deiner Unternehmenswebsite. Der Außenauftritt sollte immer positiv sein.
- Authentizität: Ein Unternehmen stellt eine eigene Persönlichkeit her, über die sich Kunden angesprochen fühlen. Diese Persönlichkeit muss sich überall wiederfinden: im Marketing, auf der Website, im Blog, auf Social Media und allen weiteren öffentlichen Auftritten. Und natürlich auch in den Produkten oder Dienstleistungen.
Tipp
So sorgst du für mehr Authentizität
Angenommen, du pflegst einen sehr seriösen Umgang auf deiner Website, in deinem Unternehmensblog oder bei Auftritten in der Öffentlichkeit. Dann wirkt es seltsam, wenn du auf Social Media plötzlich anfängst, Witze zu erzählen. Schaffe stattdessen auf allen Kanälen ein einheitliches Bild. So prägst du das Unternehmensbranding und stärkst die Kundenbindung.
Wie wichtig ist ein Logo und eine Corporate Identity?
Das Logo und die Corporate Identity sorgen dafür, dass Kunden dein Unternehmen sofort erkennen, beziehungsweise wiedererkennen. Daher solltest du sowohl auf ein einprägsames Logo als auch auf eine einheitliche Farbsprache setzen.
Dabei musst du aber das Markenrecht beachten. Denn viele Unternehmen haben Farben, Logos oder auch Farbkombinationen markenrechtlich schützen lassen. So darfst du beispielsweise die Farbe Magenta nicht nutzen, da die Telekom diese beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) schützen ließ.
Hier kann im Zweifelsfall ein Anwalt für Markenrecht hilfreich sein, da dieser für dich deine Entwürfe prüfen kann. Dies sorgt für rechtliche Sicherheit, wenn du dein Unternehmen gründest.
Wie teuer ist es, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Die Kosten bei der Unternehmensgründung solltest du nicht unterschätzen. Sie können sich je nach gewählter Rechtsform theoretisch zwischen 20 und mehreren 1.000 Euro belaufen.
Am günstigsten ist es, ein Unternehmen in der Rechtsform Einzelunternehmen zu gründen. Deutlich mehr zahlst du hingegen für eine GmbH, dort fallen neben der Gewerbeanmeldung auch Stammkapital und Notarkosten an.
Das Stammkapital bleibt im Unternehmen und steht dir erst bei einer Auflösung wieder zur Verfügung – vorausgesetzt, es läuft wirtschaftlich gut. Im Insolvenzfall ist das Stammkapital in der Regel verloren.
Mach dir also rechtzeitig Gedanken um die Kosten und die Finanzierung. Vergiss dabei nicht, dass einige Kostenträger auf dich zukommen:
- Anmeldungen
- Miete
- Material
- Löhne und Gehälter
- Ausstattung
- Firmenwagen
Das sind nur einige der Kostenfaktoren, die viele Unternehmen haben. Bei der Kalkulation und auch der Finanzierung hilft dir der Businessplan. Dieser kann potenzielle Investoren oder Kreditinstitute überzeugen, dich bei der Finanzierung der Unternehmensgründung zu unterstützen.
Fördermittel für Existenzgründer
Für die Gründung eines Unternehmens kannst du in Deutschland auf unterschiedliche Fördermittel für Unternehmen zurückgreifen, wie den ERP-Gründerkredit oder den Existenzgründerzuschuss. Ob du und dein Unternehmen sich für eines oder mehrere dieser Fördermittel qualifizieren, hängt von unterschiedlichen Voraussetzungen ab.
Bei den Fördermitteln kannst du zwischen Darlehen und Zuschüssen wählen. Ein Darlehen ist ein Kredit mit besseren Konditionen als üblich, während der Gründungszuschuss eine Zahlung vom Staat ist, die du nicht zurückzahlen musst.
Hier findest du einige Beispiele für Fördermittel, die du bei der Unternehmensgründung beantragen kannst:
- Existenzgründerzuschuss
- ERP-Gründerkredit
- Darlehen
- monetärer Zuschuss
Die Fördermittel helfen dir dabei, die Unternehmensgründung zu finanzieren und möglichst schnell auf eigenen Beinen zu stehen.
Welche typischen Fehler sollte ich vermeiden, wenn ich ein Unternehmen gründe?
Unvorbereitet auf Krisenzeiten, fehlende Neukundenakquise oder unterschätzte Finanzamtszahlungen. Es gibt einige typische Fehler, die Unternehmern sprichwörtlich schon das finanzielle Genick gebrochen haben! Wenn du ein Unternehmen gründest, solltest du diese fünf häufigsten Fehler unbedingt vermeiden:
- Nicht auf Krisenzeiten vorbereiten: Sollte sich eine Krisenzeit andeuten, musst du geradeaus schauen und darfst keinesfalls davor die Augen verschließen. Analysiere die Ausgangslage und justiere das Geschäftsmodell neu aus. Schaue, wie du neue Aufträge oder Kunden gewinnen kannst. Du solltest keinesfalls versuchen, solche Krisenzeit mit Bankkrediten abzufedern – schlimmstenfalls türmt sich der Schuldenberg so weiter auf.
- Neukundenakquise vernachlässigen: Viele Gründer versinken in ihrem Geschäftsmodell und denken über abstrakte Marketingstrategien nach. Das ist in Ordnung, sofern du dabei nicht die Kundenakquise vernachlässigst. Arbeite täglich daran, neue Kunden auf dein Unternehmen aufmerksam zu machen. Sei es über Direktakquise, Social-Media oder Werbeanzeige.
- Zu hohes Gehalt auszahlen: Egal ob du eine Privatentnahme aus dem Einzelunternehmen oder eine Gehaltszahlung aus einer Kapitalgesellschaft tätigst. Dein Unternehmergehalt musst du dir – wie ein Arbeitnehmer auch – verdienen. Plane dein Unternehmergehalt realistisch ein, sodass du alle Kosten decken kannst. Verzichte jedoch vor allem in den ersten drei Jahren darauf, dir ein zu hohes Gehalt auszuzahlen.
- Voraus- und Nachzahlungen vom Finanzamt unterschätzen: Es klingt verlockend, die Umsätze aus seiner selbstständigen Tätigkeit auszugeben. Doch vergiss nicht, dass von deinen Umsätzen auch das Finanzamt zu mindestens eine Einkommenssteuer von bis zu 45 Prozent veranschlagt. Plane Voraus- und Nachzahlungen vom Finanzamt mit ein und lege einen bestimmten Betrag zurück.
- Den Fokus verlieren: Viele Unternehmen verlieren im Arbeitsalltag den Fokus! Es ist wichtig, sich auf sein Hauptgeschäftsfeld zu fokussieren und nicht mehrere Baustellen parallel zu leiten. Erst wenn das Hauptgeschäftsfeld richtig läuft, kannst du über weitere Einnahmequellen oder andere Nebenschauplätze nachdenken.
Fazit: Gründe ein Unternehmen mit Plan!
Wenn du ein eigenes Unternehmen gründen möchtest, stehst du vor einem spannenden Kapitel in deinem Leben! Du grübelst über die Geschäftsidee, schreibst einen Businessplan und besprichst unterschiedliche Finanzierungsmodelle mit zukünftigen Kreditgebern.
Wichtig ist: Gehe strukturiert vor und informiere dich im Vorfeld ausgiebig. Bei den konkreten Schritten kann dir unsere Checkliste zur Unternehmensgründung weiterhelfen. Idealerweise druckst du sie aus und legst so den Grundstein für dein eigenes Unternehmen. Außerdem solltest du schauen, welche Aufgaben du davon selbst erledigen kannst und bei welchen du dir professionelle Hilfe suchst.
Tipp: Du suchst weitere Informationen rund um Businessplan, Fördermittel oder Buchhaltung? Dann klick dich durch unsere weiterführenden Artikel zur Unternehmensgründung!
Häufige Fragen rund um die Unternehmensgründung
Wenn du ein Unternehmen gründen möchtest, hast du häufig Fragen, die sich auf die Schnelle nicht immer beantworten lassen. Die häufigsten Fragen unserer Lesenden haben wir für dich hier beantwortet.
Wer darf in Deutschland ein Unternehmen gründen?
Jeder EU-Bürger darf in Deutschland ein Unternehmen gründen und ein Gewerbe anmelden. Allerdings gibt es bestimmte Gewerbe, in denen die Gründung mit besonderen Zulassungen und Qualifikationen verbunden ist. Im Handwerk wäre dies beispielsweise der Meisterbrief in vielen Gewerken. In der Gastronomie ist ein Gesundheitszeugnis für Mitarbeitende Pflicht. Je nach gewählter Rechtsform kommen weitere Voraussetzungen hinzu, beispielsweise das Stammkapital bei der Gründung einer GmbH.
Benötige ich immer Eigenkapital, um ein Unternehmen zu gründen?
Diese Frage lässt sich nicht einfach und klar beantworten. Im Grundsatz ist es so, dass du als Bürger der EU in Deutschland ein Unternehmen gründen kannst, ohne dafür Eigenkapital aufzubringen. Es hängt allerdings auch von der Rechtsform ab, ob dies möglich ist.
Zudem ist es selten zielführend, da du durch Eigenkapital sowohl besser an Fremdkapital gelangen kannst. Zusätzlich überbrückst du mit einem gewissen Eigenkapital die erste Zeit im Unternehmen. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn schließen nämlich bereits 48 Prozent der neugegründeten Unternehmen innerhalb der ersten drei Jahre. Häufig wegen fehlendem Eigenkapital.
Muss ich meinen Hauptberuf aufgeben, wenn ich ein Unternehmen gründe?
Nein, du musst deinen Hauptberuf nicht aufgeben, nur weil du ein Unternehmen gründest. Viele Menschen gründen zunächst im Nebengewerbe, um weiterhin finanzielle Sicherheit zu haben. Ein normales Gehalt kann dir gerade zu Beginn der Unternehmensgründung helfen, deine laufenden Kosten wie Miete etc. zu decken.
Allerdings gibt es hier arbeitsrechtlich einige Punkte zu bedenken:
- Dein Unternehmen darf nicht in direkter Konkurrenz zu deinem Arbeitgeber stehen.
- Du darfst in deinem Unternehmen nicht auf Daten oder Geschäftsgeheimnisse deines Arbeitgebers zurückgreifen.
- Deine Leistung bei der Arbeit darf nicht unter deiner Selbstständigkeit leiden.
Grundsätzlich ist es ratsam, den Arbeitgeber über die nebenberufliche Firmengründung zu informieren, um Konflikte von Beginn an zu vermeiden.
